Vielfalt feiern & Engagement sichtbar machen — Queere Führung mit Drag Queen Cali Harburg
Im Rahmen des bundesweiten Ehrentags zum Geburtstag des Grundgesetzes beteiligt sich die Akademie der Künste mit einem besonderen Angebot an den Aktionstagen im Mai 2026. Gemeinsam mit dem Berliner Queer History Month möchten wir Vielfalt, gesellschaftliches Engagement und queere Sichtbarkeit feiern.
Demokratie lebt von Menschen, die mitmachen. Viele queere Communities, Initiativen und Support-Strukturen werden seit Jahrzehnten durch ehrenamtliches Engagement getragen – oft unsichtbar, aber mit großer gesellschaftlicher Bedeutung. Diesen Einsatz möchten wir an diesem Tag würdigen und sichtbar machen.
Deshalb lädt die Akademie der Künste am Pfingstmontag, den 25. Mai 2026, alle ehrenamtlich engagierten Menschen – und alle, die sich engagieren möchten – zu freiem Eintritt in die Ausstellung „Vessel & Voyager“ ein.
Als besonderes Programm bieten wir zwei queere Drag-Führungen mit Cali Harburg durch die Ausstellung an. Die Rundgänge laden dazu ein, die Ausstellung aus queeren Perspektiven zu betrachten und gemeinsam über Diversität, Sichtbarkeit und gesellschaftliches Miteinander ins Gespräch zu kommen – offen, humorvoll und mit Freude an unterschiedlichen Lebensrealitäten.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
2 kostenlose Führungen mit Drag Queen Cali Harburg
15:00 Uhr (Deutsch)
17:00 Uhr (English)
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Queer History Month Berlin 2026 statt, der seit 2014 queere Geschichte und Gegenwart in Berlin sichtbar macht und nach der Förderpause 2025 mit einem vielfältigen Programm zurückkehrt.
Queere Führung mit Dragqueen Cali Harburg durch »Vessel & Voyager«
25. Mai 2026, 15:00 Uhr (DE) / 17:00 Uhr (EN) Akademie der Künste, Hanseatenweg 10
»Came the moon, at last, which gave disrepair: vessel and voyager, despair. Humanspeak.« — Logan February, Relation in Movement, 1977
Gefäße und Reisende. Körper, die tragen. Körper, die reisen. Körper, die erinnern, was andere lieber vergäßen. Die Ausstellung der JUNGEN AKADEMIE verhandelt Verlust, Heilung, Schutz und Gemeinschaft mit 25 internationalen künstlerischen Positionen. Fragen, die queere Lebensrealitäten seit jeher durchziehen.
Was zwischen den Werken liegt, was Körper einschreiben und was Kunsträume lieber verschweigen – dafür braucht es manchmal ein Gedicht, einen Klang, einen Moment der Stille. Dieser Rundgang geht dahin, wo es berührt und wo es trägt. Wo Erinnerung kollektiv wird und Gemeinschaft möglich bleibt, auch dort, wo sie nicht vorgesehen war. Poesie, Musik und Philosophie sind dabei nicht Beigabe, sondern das, womit Kunst sich selbst verstärkt – und was in uns etwas freisetzt, das der sachliche Blick gewöhnlich nicht sucht.
Cali Harburg – der Name ist kein Zufall, sondern Programm: angelehnt an Aby Warburg, den großen Bilddenker, Grenzüberschreiter und notorischen Sammler von Obsessionen. Wie er glaubt auch Cali daran, dass Bilder nicht still hängen. Sie wirken, sie sprechen, sie provozieren. Und manchmal muss man ihnen laut antworten.
Als Sofa-Queen aus Hamburg existiert Cali nicht nur unter Scheinwerfern, sondern vor allem im Gespräch: im Kreis von Freund*innen, beim ersten ehrlichen Satz des Abends. Sie hört zu, erzählt, widerspricht und füllt den Raum mit Wärme und Schärfe zugleich.
Mit migrantischem Hintergrund, Kunstgeschichte und Philosophie in der Pochette hat Cali sich eine eigene Sprache gebaut: postmigrantisch, queer, durchlässig für das, was vibriert. Als Storytellerin bringt sie ihr Publikum in Berührung mit Kunst, Körpern und dem, was zwischen den Bildern liegt – mit dem, was im kuratorischen Konzept gern übersehen wird und trotzdem auf Resonanz wartet.
Ihre Emotionalität ist keine Dekoration, sondern Methode. Ihr Wissen trägt Cali nicht als Rüstung, sondern als Verführungsmittel: Es schleicht sich ein, bevor man merkt, dass man gerade etwas gesehen hat, das man nicht mehr loswird.


